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Im Sommer passieren seltsame Dinge: Lieder, die ansonsten zu stumpf oder seicht sind, entwickeln plötzlich Ohrwurm-Qualitäten - als wollten die hitzegeplagten Synapsen einfach auch mal Urlaub machen, sich treiben lassen und nicht über Sinn und Unsinn musikalischer Konstrukte nachdenken. Gniedelnde Gitarren - bitte erst wieder when september ends. Niveaulimbo, Schlagermucke, platte Kirmesbeats - ab 30 Grad Außentemperatur ist alles erlaubt. Nur so ist z.B. zu erklären, dass der Sommerhit 1989 von WIND kam und "Pina Colada" hieß. Oder dass 2002 während der WM "Ein Rudi Völler" von LA ROCCA 4 Wochen lang die Chartspitze blockierte. "Geh doch zu Hause (du alte Scheiße)" von MICKIE KRAUSE war es im Jahr zuvor. Und in welche Jahreszeit fiel wohl die Nr.1 von HOWARD CARPENDALE "Sie hatten Blumen in den Haaren (San Francisco" (ebenfalls 1989 - unmittelbar vor "Pina Colada")? Der bis heute erfolgreichste Chartsong überhaupt "Cotton Eye Joe" von REDNEX begann 1994 als Spät-Sommerhit. Ich könnte mich vertun, aber die Chartkarriere eines GÜNTER HOFFMANN mit dem Folk-Schlager "Song of Eilean" nahm ebenfalls zu Beginn eines Sommers Fahrt auf. Auffällig ist, dass es sich mehrheitlich um Einjahres-Fliegen handelt, die an diesen großen Erfolg nicht mehr annähernd anknüpfen konnten oder gleich komplett wieder in der Versenkung verschwanden. In diese Kategorie ist wohl auch RAKET ONE alias Florian Rakette einzuordnen. "Sommer" ist im Original tatsächlich schon etwas älter - 2011- und wurde bereits mehrfach recycelt. Doch erst der diesjährige Remix und seine NDW-Vibes brachten den Charterfolg.
Apropos: Diese Woche kehrt völlig überraschend eine aktuelle Live-Version eines ehemaligen Nr.1-Hits in meine Chart zurück. Auch hier müsste ich genauer nachschauen, aber "Cowgirl" dürfte einer der letzten prominenten Hits gewesen sein, der zum Zeitpunkt seines Einstiegs beim besten Willen nicht mehr aktuell war. Erschienen 1994 war ich über die Transformation der Gruppe UNDERWORLD (hatte 1988 einen Riesenhit mit "Underneath the Radar", danach noch einige kleinere und zwei sehr erfolgreiche Alben) gar nicht mal so glücklich, weshalb ich ihr Techno-Debüt erst Jahre später für schmales Geld erstand. Ich erinnere mich an eine denkwürdige Live-Erstellung meiner Chart in einer Silvesternacht mit Publikum, an deren Ende die Nummer durch heftiges Pushen eines gewissen DJ Dschie-Ay auf Platz 1 landete. Übrigens das einzige Mal, dass meine Privatchart nicht komplett von mir allein bestimmt wurde. Hielt aber nur eine Woche vor. Und sagen wir mal, das dürfte knapp 25 Jahre her sein, also irgendwann in den frühen 2000ern. Jedenfalls, die Gruppe gibt es noch und trotz längerer Auszeiten auch immer mal wieder mit neuerem Material oder gelegentlichen Live-Auftritten. UNLUCKY LOSERS:
SMOCKMAN feat. SCHATTENGLANZ: Wir sind Toxic
TEENAGE FANCLUB: Day in the Sun;
THE HU: Horsemen;
SPIKE AND THE GIMME GIMMES: We Are the World;
BLEXXTER x STEVXX: All Around the World (La La La)(Progressive House Version);
SMOCKMAN: Seltsame Liebeslieder;
MARNIK: Arena;
WOLVES OF GLENDALE: My Uncle Got A Hot Tub;
TIAVO: German Language
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